Samstag, 25. Februar 2012

Nächstes Jahr soll alles besser werden

Die Hallen-Meisterschaften sind seit Jahren das Sorgenkind der Aargauer Tennisszene. Nun verspricht der Aargauische Tennisverband, die Veranstalter zu unterstützen.

Sechs Kategorien und nur 58 Tennisspielerinnen und Tennisspieler aus dem ganzen Kanton, die sich für die heute beginnenden Aargauer Hallen- Meisterschaften angemeldet haben. Das sind rund viermal weniger als bei der Sommeraustragung. Genau wie die Teilnehmerzahl ist auch das Niveau – dieses Jahr ist kein einziger N-Spieler am Start – kontinuierlich gesunken. «Wir haben alle lizenzierten Aargauer Akteuren per Mail angeschrieben, doch es hat wenig gebracht», sagt Martin Büttler, Organisator der Hallen Meisterschaft im Tennis- und Squashcenter Rigacker in Wohlen.
«Das Problem ist, dass ich als Veranstalter mit dem Nenngeld von 68 Franken, das jeder Teilnehmer bezahlen muss, die Angestellten, die Platzmiete und die Organisation bezahlen muss. Da bleibt kaum mehr was übrig für Natural-, geschweige denn für Barpreise», gibt Büttler eine mögliche Erklärung für die tiefe Teilnehmerzahl. Daher erhofft sich der Turnierorganisator in Zukunft finanzielle Unterstützung vonseiten des Aargauischen Tennisverbandes ATV.

Finanzielle Unterstützung
Dieser hatte schon vor einem Jahr angekündigt, nach einer Lösung zu suchen, geändert hat sich bisher aber nichts. Diese Woche sind die Vorschläge des ATV nun konkreter geworden. «An der Sitzung vom letzten Mittwoch haben wir beschlossen, ab 2013 den jeweiligen Veranstalter finanziell zu unterstützen», erklärt Fritz Gollonitsch, Eventverantwortlicher des ATV. Zudem wolle man künftig auch mithelfen, die Topspieler des Kantons persönlich einzuladen, so Gollonitsch weiter.
Bevor es aber so weit ist, werden die Aargauer Hallen-Meister 2012 gekürt. In der Kategorie N1/R4 bei den Männern ist Marco Wopmann (R1) top gesetzt. Im Kampf um den Titel dürfte der Spieler des TC Buchs vor allem von Aldin Destovic (R2) und Arturo Roth (R2) gefordert werden. In derselben Kategorie bei den Frauen werden die Juniorinnen den Sieg unter sich ausmachen. Die beiden bestklassierten Spielerinnen Amanda Schneider (R1) und Michelle Bertschi (R1) sind beide 15 Jahre alt und auch Titelverteidigerin Selina Jordi (R2) ist erst 16.


von Fabio Baranzini

Mittwoch, 22. Februar 2012

Fetov und Haessig in Leuggern gesetzt

Tennis-Leckerbissen im Aargau: Morgen beginnt die 17. Austragung der «Leuggern Open». Aufgrund des starken Teilnehmerfeldes dürften die sechs Aargauer Akteure nicht um den Titel mitkämpfen, könnten aber für eine Überraschung sorgen.

Aus Aargauer Sicht ist Muhamed Fetov (N2.17) in Leuggern am meisten zuzutrauen. Der 27-jährige Ex-Tennisprofi aus Baden-Dättwil ist als Nummer vier gesetzt und hat schon oft bewiesen, dass er in der Halle stark aufspielen kann. Dennoch ist hinter seinen aktuellen Formstand ein Fragezeichen zu setzen. In diesem Winter hat Fetov erst zwei Turniere bestritten und an den Schweizer Meisterschaften im Dezember bereits in der Startrunde eine empfindliche Niederlage kassiert.

Robin Roshardt top gesetzt
Neben Fetov figuriert mit Nikolai Haessig (N2.26, im Bild) ein weiterer Aargauer in der Setzliste. Der 19-jährige Menziker hat allerdings eine schwierige Auslosung. Aller Voraussicht nach wird der an Nummer sieben gesetzte Haessig bereits im Viertelfinal auf Robin Roshardt (N1.6) treffen. Der top gesetzte Zürcher ist neben Mathieu Guenat (N2.15) der heisseste Titelkandidat in Leuggern.

Zwei Aargauer Qualifikanten
Mit Slobodan Mavrenski (N3.37) aus Baden und Jens Hauser (N3.38) aus Oberwil-Lieli stehen zwei weitere Aargauer direkt im Hauptfeld. Mavrenski trifft zum Auftakt auf Jannis Liniger (N3.34) und Hauser misst sich im Aargauerduell mit Oliver Mrose (N4.142). Mrose hat sich am vergangenen Wochenende dank zwei Siegen erfolgreich durch die Qualifikation gekämpft. Neben dem Klingnauer Mrose konnte sich auch Aleksander Cucuz (N3.53) vom TC Baregg-Baden fürs Hauptfeld qualifizieren, wo er gegen Riad Sawas (N3.35) spielt.


Bild zur Verfügung gestellt, Text von Fabio Baranzini

Montag, 13. Februar 2012

Schweizer Siegesserie hält an

Mit Daniel Valent und Nina Stadler gewinnen zwei Einheimische die Swiss Junior Trophy in Oberentfelden.

«Es ist speziell, ein Turnier in der Schweiz zu gewinnen», freute sich Daniel Valent (ITF 216) nach seinem Erfolg im Final der Swiss Junior Trophy in Oberentfelden. Valent fiel ein Stein vom Herzen, denn «endlich kann ich den ersten Turniersieg der Saison feiern». Bei seinen zwei bisherigen Einsätzen auf der ITF-Tour erreichte der 16-jährige Zürcher das Endspiel, konnte aber beide Male nicht reüssieren.
Im Final gegen den Holländer Botic van de Zandschulp (ITF 1143) liess Valent zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen wird. Von Beginn an war er der aggressivere und vielseitigere Spieler auf dem Platz. Nach dem entscheidenden Break zum 5:3 servierte Valent den ersten Satz sicher nach Hause. Der Gewinn des Startsatzes schien für den Schweizer eine befreiende Wirkung zu haben, denn zu Beginn des zweiten Durchgangs dominierte er die Partie klar und zog auf 3:0 davon. Van de Zandschulp liess sich danach am Schlagarm pflegen, was einen mehrminütigen Unterbruch zur Folge hatte. «Es war nicht ganz einfach, mit dieser Pause umzugehen, vor allem weil es in der Halle ziemlich kalt war», erklärte Valent, der im Anschluss an die Behandlung des Holländers kurzzeitig den Faden verlor. Doch beim Stand von 4:3 schaltete er einen Gang höher und konnte das Spiel nach etwas mehr als einer Stunde mit 6:3, 6:3 für sich entscheiden. Dank des zweifachen Triumphs in Oberentfelden – Valent hatte bereits im Doppel gewonnen – wird der Schweizer in der Juniorenweltrangliste neu in der Region von Rang 150 klassiert sein.

Harter Kampf für Stadler
Bei den Mädchen feierte Nina Stadler nicht nur den ersten Saisontitel, sondern den ersten Einzeltitel auf der ITF-Tour überhaupt. «In Oberentfelden habe ich immer gut gespielt und ich bin froh, dass ich nach dem Doppeltitel im Vorjahr jetzt mein erstes Einzelturnier gewonnen habe», sagte die 16-Jährige. Stadler musste jedoch hart kämpfen, ehe sie den Final gegen Caroline Uebelhoer (ITF 600) gewonnen hatte. Die Deutsche machte von der Grundlinie mächtig Druck, doch die Schweizerin zeigte vor allem in der Defensive eine starke Leistung. Beim Stand von 7:5, 5:3 kam Stadler, die im nächsten Sommer das Sport-KV beginnen wird, zu drei Matchbällen bei eigenem Aufschlag. «Da hatte ich schon ein wenig das ‹Zitterhändchen›, denn ich hatte meinen Service zuvor schon öfters abgegeben», gab die Kirchbergerin nach der Partie zu. Tatsächlich musste sie das Game ihrer Gegnerin überlassen, die nochmals auf 5:5 herankam. Stadler liess sich davon jedoch nicht beirren und verwertete kurze Zeit später den vierten Matchball zum 7:5, 7:5-Sieg.
Mit ihren Siegen setzen Valent und Stadler die Schweizer Erfolgsserie an der Swiss Junior Trophy fort. Die Sieger der ersten beiden Austragungen hiessen Claude Benz und Samira Giger respektive Jens Hauser und Corina Jäger.


Bilder und Text von Fabio Baranzini

Samstag, 11. Februar 2012

Schweizer Erfolge in Oberentfelden

Am internationalen Juniorenturnier «Swiss Junior Trophy» im Tenniscenter Aarau West qualifizierten sich Nina Stadler (ITF 606) und Daniel Valent (216) für die Einzelfinals von heute. Im Doppel konnten die Schweizer gar zwei Vollerfolge feiern.

Bei den Juniorinnen konnte damit gerechnet werden, dass eine Schweizerin im Endspiel stehen wird, denn mit Megane Bianco (90) war eine einheimische Spielerin an Nummer eins gesetzt. Doch es ist nicht Bianco, die heute im Endspiel steht, sondern ihre Landsfrau Nina Stadler. Die 16-Jährige aus Kirchberg, die in Oberentfelden an Position elf gesetzt ist, schlug mit Sara Ottomano und Chiara Volejnicek gleich zwei besser klassierte Spielerinnen. Caroline Uebelhoer (600) ist die letzte Hürde, die Stadler überspringen muss, um ihren ersten Turniersieg auf der ITF-Tour zu feiern. Dies dürfte allerdings keine leichte Aufgabe werden, denn Uebelhoer hat im bisherigen Turnierverlauf noch keinen einzigen Satz abgegeben.

Zwei Finals für Valent
Auch bei den Junioren findet das Endspiel mit Schweizer Beteiligung statt. Der als Nummer zwei gesetzte Daniel Valent kämpfte sich dank drei 3-Satz-Erfolgen hintereinander in den Final, wo er überraschend auf Botic van de Zandschulp (1143) trifft. Gegen den ungesetzten Holländer hat Valent noch nie gespielt, steigt jedoch als Favorit in die Partie. Dies nicht nur aufgrund der deutlich besseren Klassierung, sondern auch weil sich der 16-jährige Zürcher in Oberentfelden zum dritten Mal in Serie für den Final eines ITF-Turniers qualifizieren konnte. Nach den Niederlagen in Hamburg und Prag strebt Valent heute den ersten Einzeltitel der Saison an.
Den ersten Saisonsieg im Doppel konnte Valent bereits gestern bejubeln. An der Seite seines Landsmanns Adrian Bodmer rang er im Endspiel die beiden topgesetzten Österreicher Lucas Miedler und Linus Erhart nieder. Bodmer/Valent siegten 7:6, 4:6, 10:7.
Bei den Juniorinnen konnte sich ebenfalls eine Schweizerin in die Siegerliste eintragen lassen. Chiara Volejnicek siegte mit der Holländerin Nikki Luttikhuis gegen das russisch-schweizerische Duo Ksenia Dmitrieva/Chiara Frapolli 0:6, 7:5, 10:3.


von Fabio Baranzini

Mittwoch, 8. Februar 2012

Das ist doch ... Djokovic!?

Novak Djokovics kleiner Bruder Djordje kämpft diese Woche an der Swiss Junior Trophy in Oberentfelden um Punkte für die Juniorenweltrangliste. 

Freddy Blatter staunte nicht schlecht, als er seine Mailbox öffnete.
«Sehr geehrter Herr Blatter. Wir bitten Sie höflich, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, Djordje Djokovic eine Wildcard für das Hauptfeld zu erteilen. [...] Freundliche Grüsse, Novak Djokovic Family Sport», stand da geschrieben.
Die Nachricht des Unternehmens, das von Novak Djokovics Familie 2005 gegründet wurde, fand am 11. Januar den Weg in den elektronischen Posteingang von Freddy Blatter. Der Organisator des internationalen Juniorenturniers «Swiss Junior Trophy» im aargauischen Oberentfelden freut sich über das Interesse der Djokovics an seinem Turnier. «Einen solchen Spieler im Tableau zu haben, ist immer interessant», meint Blatter, der sich nach Erhalt der E-Mail beim Schweizerischen Tennisverband erfolgreich für Djordje Djokovic einsetzte. Der kleine Bruder des frisch gekürten Weltsportler des Jahres 2011, der aufgrund seiner Klassierung in der Juniorenweltrangliste (Rang 1210) in Oberentfelden nicht im Hauptfeld hätte antreten können, erhielt eine Wildcard von Swiss Tennis.

Verblüffende Ähnlichkeit
Am Sonntagabend traf der junge Serbe in Oberentfelden ein. «Gleich nach seiner Ankunft beschwerte er sich, dass das Essen zu teuer sei und dass er sein Match in der Halle B und nicht in der Halle A bestreiten müsse», erzählt Blatter. «Doch wir machen keine Ausnahme, auch er muss sich an unsere Regeln halten.»
Hat der 16-jährige Djordje Djokovic etwa schon Starallüren? Es macht den Anschein, denn auch eine halbe Stunde nach dem vereinbarten Interviewtermin, fehlt von ihm jede Spur. Kurze Zeit später erscheint er doch noch. Der junge Serbe trägt einen schwarzen Trainingsanzug, dasselbe Modell, das Novak Djokovic bei der Siegerehrung der Australian Open getragen hat. Auch sonst ist die Ähnlichkeit mit seinem älteren Bruder nicht von der Hand zu weisen. «Er ist auch auf dem Platz ein Ebenbild von Novak. Die Backhand und seine Art, sich zu bewegen sind praktisch identisch», findet Blatter, der Djordje Djokovic genau beobachtet hat.

Vorbild Agassi
Im Gespräch zeigt sich das Nachwuchstalent von einer anderen Seite, keine Spur von Starallüren und Extrawünschen. Nachdem er sich mehrmals für seine Verspätung entschuldigt hat, gibt er breitwillig Auskunft und wirkt dabei zurückhaltend, fast ein wenig schüchtern.
«Ich will keine Sonderbehandlung, nur weil ich Djokovic heisse», betont er. Mittlerweile hat sich Djordje Djokovic daran gewöhnt, dass er oft wegen seines Bruders angesprochen und mit ihm verglichen wird. «Es ist schön bekannt zu sein, doch ich verspüre deswegen auch zusätzlichen Druck. Jeder Gegner ist besonders motiviert, weil er unbedingt gegen einen Djokovic gewinnen will», erzählt der 16-Jährige, dessen Spitzname «Djole» nahezu identisch klingt wie der seines älteren Bruders «Nole».
Zu Novak hat Djordje Djokovic ein gutes Verhältnis. «Er ist nicht nur ein super Sportler, sondern auch ein toller Mensch. Wir schreiben und telefonieren oft miteinander, denn wir sehen uns nur etwa zwei Monate im Jahr», erzählt er. Dennoch wiederholt «Djole» mehrmals, dass er jetzt seine eigene Karriere aufbauen will, damit er nicht ständig in einem Atemzug mit Novak genannt wird. «Die Leute sollen sagen ‹Schaut, da spielt Djordje Djokovic› und nicht ‹Hey da drüben ist der kleine Bruder von Novak›», wünscht sich der junge Serbe. Zu diesem Ablösungsprozess passt die Antwort auf die Frage nach seinem Idol. «Andre Agassi», sagt er ohne zu zögern. «Sein Grundlinienspiel und seine Einstellung imponieren mir.»

Top 70 als Saisonziel
Seit Djordje Djokovic elf Jahre alt ist, spielt er regelmässig Turniere im Ausland. Deswegen kann er auch nicht regulär zur Schule gehen. Er bringt sich den Stoff selber bei und absolviert alle zwei, drei Monate Prüfungen in seiner Heimatstadt Belgrad. Dadurch wurde der 16-Jährige, der in seiner Freizeit gern Golf spielt und sich mit Freunden trifft, disziplinierter. Diese Eigenschaft kommt ihm im Tennis zugute. «Früher habe ich einfach gespielt, ohne viel zu überlegen», sagt er. Doch dann haben ihn mehrere Verletzungen zweieinhalb Jahre ausser Gefecht gesetzt und er musste umdenken. «Jetzt höre ich besser auf meinen Körper. Ich trainiere härter und seriöser als zuvor. Ich will einmal die Weltnummer eins werden», sagt Djordje Djokovic.
Doch der Serbe hat bereits in dieser Saison Grosses vor: Er will bis Ende Jahr zu den besten 70 Junioren der Welt gehören. Einen kleinen Schritt auf dem Weg dazu macht Djordje Djokovic diese Woche in Oberentfelden. Obwohl er gestern in der zweiten Einzelrunde gegen den Schweizer Daniel Valent chancenlos blieb und auch im Doppel an der Seite des Slowenen Janezic den Kürzeren zog, wird er in der Juniorenweltrangliste rund 150 Plätze gutmachen.


Bild und Text von Fabio Baranzini