Montag, 13. Januar 2014

Zwei Zofinger Nachwuchscracks überraschen

An den Junioren Schweizer Meisterschaften, die am Wochenende in Emmen, Kriens und Littau über die Bühne gingen, vermochten Luca Keist und Jonas Schär zu überraschen. Ebenfalls stark spielte Chiara Frapolli.

Den 15-jährigen Luca Keist (R1) aus Rothrist hatte vor den nationalen Meisterschaften wohl niemand auf der Rechnung gehabt im Kampf um die Medaillen. Der Spieler des TC Zofingen hatte lediglich als zweitletzter Akteur direkt im Hauptfeld der unter 16-Jährigen Unterschlupf gefunden. Doch Keist spielte schon in der ersten Runde stark auf und bezwang den gleich klassierten Bastien Kolly (R1) problemlos mit 6:1, 6:4. In der zweiten Runde landete der junge Aargauer dann einen veritablen Exploit. Er bezwang die Turniernummer zwei Gabriel Currlin (N4, 140), der im letzten Jahr noch bei den unter 14-Jährigen angetreten war und es dort bis auf Platz 18 Europas gebracht hatte. Keist gewann mit 6:4, 3:6, 6:2 und qualifizierte sich für die Viertelfinals.
Doch auch dort war der Siegeszug des Rothristers noch nicht vorbei. Er spielte sich dank zwei weiteren Erfolgen gegen Laurent Wickli (R1) und Jakub Paul (R1) bis ins Endspiel. Erst im Kampf um die Goldmedaille musste sich der ungesetzte Überraschungsmann dann dem top gesetzten Mirko Martinez (N4, 106) mit 3:6, 6:7 geschlagen geben.

Ohne Satzverlust ins Finale
Nicht ganz so überraschend kam die Finalqualifikation von Jonas Schär (R2, im Bild), dem zweiten Spieler des TC Zofingen. Der 12-jährige Oftringer ist Mitglied des Nachwuchskaders von Swiss Tennis und hat in den vergangenen Jahren bei nationalen Titelkämpfen bereits mehrmals um die Medaillen gekämpft. Dass sich Schär als Ungesetzter bei seinem ersten Auftritt bei den unter 14-Jährigen gleich ohne Satzverlust ins Finale spielt und dabei erst noch die Turniernummer zwei Damien Wenger (R2) schlägt, konnte aber dennoch nicht erwartet werden. Erst im Endspiel wurde sein Lauf von Henry Von Der Schulenburg gestoppt. Schär unterlag 4:6, 2:6.

Grimm zu stark
Die dritte Medaille für den Kanton Aargau holte die Bergdietikerin Chiara Frapolli (N3, 34) in der Kategorie U18. Als Nummer vier der Setzliste bekundete sie in den ersten beiden Runden gegen Melanie Vidovic (N4, 71) und Anaïs Gabriel (N4, 46) keinerlei Probleme und qualifizierte sich souverän fürs Halbfinale. Dort leistete sie der top gesetzten Chiara Grimm (N2, 17) erbitterten Widerstand, verlor dann aber am Ende mit 3:6, 6:4, 2:6.

Vier Spieler in der Runde der letzten Acht
Neben den drei Medaillengewinnen erreichten auch noch vier Akteure aus dem Kanton Aargau die Viertelfinals. Amanda Schneider (N4, 55, Würenlingen, im Bild) gelang dies in der Kategorie U18. Sie bezwang Aline Thommen (N4, 69) in drei Sätzen, ehe sie im Viertelfinale an Margaux Deagostini (N3, 27) mit 1:6, 4:6 scheiterte. In der Kategorie U12 qualifizierten sich gleich drei Nachwuchscracks aus dem Aargau für die Viertelfinals. Jérôme Kym (R4, Möhlin), der zuletzt zwei Mal in der Kategorie U10 triumphiert hatte, erreichte bei seinem ersten SM-Auftritt bei den unter 12-Jährigen dank einem 6:4, 6:4-Sieg über Dariush Pont (R4) die Runde der letzten Acht. Dort unterlag er Facundo Yunis (R3) 2:6, 6:2, 2:6. Überraschend kam die Viertelfinal-Qualifikation von Artan Sadriji (R5, Spreitenbach). Der junge Aargauer musste den Umweg über die Qualifikation auf sich nehmen und erreichte als einziger R5-Spieler die Viertelfinals. Er verlor gegen den späteren Finalisten Jeffrey Von Der Schulenburg mit 4:6, 1:6. Ebenfalls in der Kategorie U12 gelang Sophie Lüscher (R4, Seengen) der Einzug in die Runde der letzten Acht. Sie scheiterte dort an der nachmaligen Siegerin Eva Gomes (R3) mit 2:6, 0:6.

Text von Fabio Baranzini, Bilder zur Verfügung gestellt

Donnerstag, 2. Januar 2014

Vögele fordert Azarenka alles ab

Die Aargauerin Stefanie Vögele (WTA 50) hat beim Turnier im australischen Brisbane die Viertelfinals erreicht. Damit ist sie besser in die neue Saison gestartet als im letzten Jahr, welches ihr bisher bestes war.

Stefanie Vögele fährt in der neuen Saison dort weiter, wo sie vor dem Jahreswechsel mit zwei Halbfinalqualifikationen in Folge aufgehört hatte. Beim WTA Premier Turnier in Brisbane, bei dem nicht weniger als fünf Top 10-Spielerinnen angetreten waren, feierte sie zuerst einen lockeren Sieg über Madison Keys (WTA 38) und profitierte in der Folge von der krankheitsbedingten Aufgabe ihrer Gegnerin Sabine Lisicki (WTA 15). Im Viertelfinal wartete dann mit der Weltnummer 2 Viktoria Azarenka die erste Standortbestimmung in der neuen Saison. In den bisherigen zwei Duellen (2010 und 2012) blieb Vögele jeweils chancenlos und gewann nie mehr als vier Games. Dieses Mal sah das ganz anders aus.

Matchbälle abgewehrt
Vögele hielt über weite Strecken gut mit, kassierte im ersten Satz jedoch das entscheidende Break zum 3:4 und musste so den ersten Satz mit 4:6 abgeben. Die Geschichte wiederholte sich im zweiten Durchgang und so konnte Azarenka bei 5:4 zum Matchgewinn aufschlagen. Doch Vögele kämpfte beherzt, wehrte in jenem Game gleich drei Matchbälle in Folge ab und erspielte sich ihrerseits drei Breakchancen, wovon sie die letzte zum 5:5 nutzen konnte. Auch im Tie Break wehrte die Aargauerin mehrere Matchbälle ab und gewann die Kurzentscheidung schlussendlich mit 9:7.

Doppelt so viele Punkte
Im dritten Satz zeigte die Weissrussin dann aber, dass sie nicht umsonst die Nummer zwei der Welt ist. Sie liess sich von den vergebenen Matchbällen nicht aus dem Konzept bringen und zog gleich auf 4:0 davon, obwohl Vögele im ersten Aufschlagsspiel von Azarenka noch zu Breakchancen gekommen war. Am Ende gewann die grosse Favoritin nach über zwei Stunden mit 6:4, 6:7, 6:1. 
Dass Vögele jedoch so nahe dran war an Viktoria Azarenka stimmt für den weiteren Verlauf der Saison zuversichtlich. Dank den gewonnen 100 WTA-Punkten hat Vögele zudem bereits jetzt mehr als doppelt so viele Zähler auf ihrem Konto wie vor einem Jahr nach den Australian Open.

Text von Fabio Baranzini, Bild Facebook (Stefanie Voegele fans)

Montag, 30. Dezember 2013

Der Macher im Hintergrund sagt Adieu

Hansjörg Schifferle gibt die Leitung des Sportcenters Wase nach zehn Jahren ab. Der 32-jährige Thomas Nef aus Wohlen übernimmt die Centerleitung ab dem 1. Januar 2014.

Wer im Aargau Tennis spielt, hatte mit grosser Wahrscheinlichkeit schon einmal mit Hansjörg Schifferle zu tun. Seit 30 Jahren steht der gebürtige Klingnauer auf dem Tennisplatz, sechs Jahre war er im Vorstand des Aargauischen Tennisverbandes (ATV) und seit rund fünfzehn Jahren ist er Turnierleiter. Die meisten dürften Schifferle jedoch mit dem Sportcenter Wase in Verbindung bringen, wo er die letzten zehn Jahre als Geschäftsführer gearbeitet und die Aargauer Tennisszene mit innovativen Ideen belebt hat. Morgen geht der 62-Jährige in Pension und übergibt die Leitung an Thomas Nef (siehe letzter Abschnitt).

Seine Handschrift ist erkennbar
In all den Jahren, in denen sich Hansjörg Schifferle für den Tennissport eingesetzt hatte, agierte er stets im Hintergrund. Er suchte die Aufmerksamkeit nicht, stand nur ungern im Fokus. Diese Eigenschaften taten seinem Wirken jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Schifferle geniesst weit über die Kantonsgrenze hinaus einen guten Ruf als engagierter Förderer des Tennissports. Auch im Wase ist seine Handschrift deutlich zu erkennen. Er brachte – auch dank der Investitionsbereitschaft des Inhabers – die Infrastruktur des Centers auf Vordermann. Vor drei Jahren realisierte er den Bau einer modernen Badmintonhalle.
Zudem lancierte er eine Turnierserie und führte neue Spielmodi wie Eintagesturniere oder Doppelplausch-Events ein. Unter seiner Leitung wurde das Sportcenter Wase zum Turnierveranstalter mit den drittmeisten Teilnehmern der ganzen Schweiz. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass zuvor im Wase nur vereinzelt Turniere ausgetragen wurden. «Ich hatte viele Ideen, die ich umsetzen wollte. Für mich ist es die grösste Befriedigung, wenn die Leute diese annehmen», sagt Schifferle.

Ein Spätberufener
Der Tennissport und Hansjörg Schifferle, das hat vom ersten Tag gepasst wie die Faust aufs Auge. Dabei hat der gelernte Maschinenzeichner, der sich später im EDV-Bereich weiterbildete, erst mit 32 Jahren zum weissen Sport gefunden. Als Jugendlicher hatte er Fussball gespielt, kickte gar in der Aargauer Juniorenauswahl. Auch beim Handballverein STV Baden bewies er sein Talent und schaffte es in die 1. Liga, ebenso im Tischtennis. «Die Ballsportarten waren genau mein Ding», sagt Schifferle. Es überrascht daher nicht, dass er auch im Tennissport schnell Fuss fasste. Schifferle wurde Captain seines Interclubteams im TC Unteres Aaretal, übernahm in jenem Club eine Vorstandstätigkeit und organisierte 1997 mit den kantonalen Junioren-Meisterschaften sein erstes Tennisturnier.
Sein grosses Engagement blieb in Tenniskreisen nicht verborgen und er wurde für den Vorstand des ATV vorgeschlagen. Obwohl er damals in der Geschäftsleitung eines Möbelherstellers arbeitete, sagt er zu. «Ich kann nur schlecht Nein sagen. Gleichzeitig reizte mich aber die Herausforderung.» Sechs Jahre war er fürs Turnierwesen zuständig, ehe er 2003 zurücktrat, weil er die Geschäftsleitung im Wase übernahm.

Schicksalsschläge verkraftet
Jetzt – nach zehn Jahren – hat Hansjörg Schifferle genug. Obwohl er noch einen Vertrag bis 2015 hätte, räumt er seinen Platz. «Nach meinem Herzinfarkt und dem plötzlichen Tod meiner Frau, die meine vielen Aktivitäten stets akzeptiert hatte, hat sich meine Sicht auf viele Dinge verändert. Die Arbeit ist nicht mehr das Wichtigste», sagt er. Schifferle freut sich, seine grosse, schwarze Agenda, in der er alle Geschäftstermine notiert hatte, wegzulegen. Langeweile wird bei ihm trotzdem nicht aufkommen.
«Ich möchte wieder mehr zum Racket greifen und Turniere spielen», sagt er. Ein Ziel hat sich Hansjörg Schifferle bereits gesetzt: Er möchte noch einmal eine R5-Klassierung erreichen.


Der Nachfolger
Thomas Nef, der Sohn von Centerinhaber Guido Nef, übernimmt die Leistung des Sportcenters Waseab dem 1. Januar 2014. Der 32-Jährige absolvierte eine KV-Lehre und bildete sich danach zum eidgenössisch diplomierten Einkäufer weiter. Nach einige Jahren Berufserfahrung wird der passionierte Hobbytennisspieler aus Wohlen nun die Geschäftsführung übernehmen. „Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung, denn ich habe die Möglichkeit, mein Hobby zum Beruf zu machen“, so Nef, der vor allem die Bereiche Badminton und Squash weiter ausbauen möchte. Thomas Nef wird den Kundenstamm seines Vorgängers und auch alle Mitarbeiter übernehmen.

Text und Bilder von Fabio Baranzini

Samstag, 28. Dezember 2013

„Ich hätte gern den Aufschlag von Serena Williams“

Stefanie Vögele spricht im Interview über ihre Vorlieben beim Fliegen, ihr Lieblingsessen und erzählt, weshalb sie Taschkent meidet.

Die letzte Saison war die erfolgreichste in der Karriere von Stefanie Vögele. Die 23-jährige aus Leuggern hat sich in den Top 50 etabliert und befindet sich daher in der komfortablen Lage, im kommenden Jahr praktisch bei allen Turnieren im Hauptfeld antreten zu können. Der Muskelfaserriss, den sie sich beim letzten Turnier zugezogen hatte, ist mittlerweile verheilt und sie hat auch das Vertrauen wieder gefunden, um das Bein voll zu belasten. Für die neue Saison hat sich die Aargauerin keine konkreten Ziele gesteckt, sondern möchte einfach ihr Spiel weiter verbessern. Bereits vor Weihnachten ist Vögele nach Australien geflogen, wo sie diese Woche in Brisbane ihre Saison lancieren wird.

Stefanie Vögele, als Tennisspielerin müssen Sie viel fliegen. Welche Fluggesellschaft bevorzugen Sie dabei?
Stefanie Vögele: Es ist eigentlich egal welche Fluggesellschaft ich wähle, denn Economy zu fliegen ist nie bequem. (lacht) Bei meiner Reise nach Australien habe ich mir für den Flug nach Bangkok mit meinen gesammelten Flugmeilen ein Upgrade geleistet. Ich wähle meine Flüge jedoch meist nach dem Preis aus und fliege wenn möglich Star Alliance, damit ich Meilen sammeln und mir ab und zu ein Upgrade leisten kann.

Wie vertreiben Sie sich die Zeit im Flugzeug?
Ich kann ziemlich gut schlafen während den Flügen. Sonst vertrete ich mir ab und zu die Beine, lese ein Magazin und schaue mir einen Film an.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Ich habe mir im Kino den zweiten Teil von „The Hobbit“ angeschaut. Was Filme angeht, habe ich aber keine besonderen Vorlieben.

Auf welches Turnier freuen Sie sich in diesem Jahr besonders?
Auf die Grand Slam Events und das Turnier in Miami. An Miami habe ich gute Erinnerungen, denn beim letzten Mal teilte ich mir dort eine Wohnung mit Mandy Minella, meiner besten Freundin auf der Tour. Wenn möglich wiederholen wir das in diesem Jahr.

Ist Miami denn auch Ihre Lieblingsstadt?
Miami ist schön, aber ich bevorzuge New York und London. Diese beiden Städte gefallen mir am besten.

Weil man dort besonders gut einkaufen kann? Sie haben in einem Interview gesagt, dass Sie gerne shoppen gehen.
Ja, das ist natürlich auch ein Grund, aber ich mag auch das Wetter und die Möglichkeiten, in der Stadt etwas zu unternehmen. In London haben mir die vielen Cafés sehr gut gefallen.

Gibt es auch Orte, die Sie nicht gerne bereisen?
Wenn es geht, meide ich Taschkent. Nicht weil es mir dort nicht gefällt oder das Turnier nicht gut organisiert wäre, aber als ich das letzte Mal dort war, hatte ich Probleme mit dem Essen und bekam Durchfall. Ich war nicht die einzige Spielerin, der es so erging. Wenn es also irgendwie geht, streiche ich Taschkent aus meinem Turnierkalender.

Was essen Sie am liebsten?
Ich bevorzuge italienisches Essen. Entsprechend habe ich keine Schwierigkeiten, ein Restaurant zu finden, da praktisch jede Stadt einen guten Italiener hat. Es gibt jedoch in Melbourne ein Lokal, dass ich wenn möglich jedes Jahr aufsuche.

Kommen wir noch aufs Tennis zu sprechen. Gegen wen möchten Sie im nächsten Jahr unbedingt spielen?
Darüber mache ich mir keine Gedanken. Natürlich gibt es Spielerinnen, gegen die ich lieber antrete. Aber ich möchte hier keine Namen nennen.

Wenn Sie Ihr Spiel frei zusammenstellen könnten: Von wem würden Sie welche Schläge und Fähigkeiten übernehmen?
Den Aufschlag und die mentalen Fähigkeiten würde ich ganz klar von Serena Williams nehmen. Vorhand und Rückhand gibt es sehr viele gute auf der Tour, da möchte ich keine rauspicken. Was die Beinarbeit anbelangt, würde ich jedoch die von Sloane Stephens auswählen und den Volley würde ich mir von irgendeiner Doppelspezialistin nehmen.

Haben Sie einen Glücksbringer auf dem Platz?
Ich trage immer ein Freundschaftsband ums Handgelenk. Das habe ich von meiner Schwester und einer Kollegin geschenkt bekommen.

Welche Schlagzeile möchten Sie in diesem Jahr über sich in den Zeitungen lesen?
Da mache ich keinen Vorschlag. Ihr Journalisten schreibt ja trotzdem immer, was ihr wollt. (lacht)

Text und Bild von Fabio Baranzini

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Einladung und Anmeldung zur GV

Am Freitag 17. Januar findet um 19 Uhr im Landgasthof Grüenebode in Berikon (Oberwilstrasse 2) die 76. Generalversammlung des Aargauischen Tennisverbandes statt. Um 20:30 folgt das Abendessen. 

Die Jahresberichte der ATV-Vorstandsmitglieder werden bis Anfang 2014 auf dieser Homepage aufgeschaltet werden. Hier sind sie zu finden.

Hier gehts zur Anmeldung und zur Einladung